Ein Abschied und neue Sandbänke. Team Insights 2021-24

VERÖFFENTLICHT

22. Dezember 2021

ÜBER DEN AUTOR
Jürgen Haas
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Neulich bei der Lust auf besser leben gGmbH…

Nun ist es also soweit. Lange geplant, besprochen, organisiert. Aber jetzt wird’s ernst.

Ich beende meine Tätigkeit für die Lust auf besser leben gGmbH. Ein bisschen wehmütig, aber überwiegend freudig und erwartungsvoll. Mehr als sieben Jahre Redaktion und Weiterentwicklung von Webguide und Newsletter. Ja, den Newsletter gibt es auch schon seit 2014 mit damals 122 Abonnenten. Nimm‘ das, Coronavirus. So sieht exponentielles Wachstum aus. Heutzutage sind es etwa 1180 🙂 . Wie das alles anfing, weiß ich garnicht mehr genau. Marlene hatte die Formate schon entwickelt, wollte sie weiter aufbauen, musste sich aber gleichzeitig ihren Brot- und Butter-Tätigkeiten widmen. „Hast Du vielleicht Lust? Schreiben und Texte entwickeln ist doch ein alter Traum von dir.“ Für diesen Impuls bin ich Marlene heute noch dankbar. Anfangs habe ich nur die Texte entwickelt und in den Redaktionsplan eingetragen, mich aber geweigert, sie online zu stellen. Vor den beiden Datenbanken hatte ich (zu) großen Respekt. Heute unvorstellbar.

Tja und jetzt? Für mich – und für Marlene und Alex auch – war seit Anfang diesen Jahres klar, dass ich mit meinem siebzigsten Geburtstag aufhören möchte. Das Bild der Sandbank entstand vor vielen Jahren in einem Urlaub, den wir mit einigen Freund:innen in Südfrankreich in der Wildnis an dem wunderbaren Fluss Gardon verbrachten. Auch im Urlaub neige ich nicht zu übersteigerten Aktivitäten (bitte keine Kommentare aus der ersten Reihe!). Wann immer eine Tageszeitung aus dem mehrere Kilometer entfernten Ort greifbar war, klemmte ich sie mir zwischen die Zähne und schwamm zu einer sonnigen Sandbank mitten im Fluss. Und war somit für weitere gemeinsame Aktivitäten nicht anwesend. Dass dies nicht den Beifall aller Mitreisenden fand, soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden, ist aber für den weiteren Verlauf der Geschichte ohne Belang.

Welche Sandbank werde ich also jetzt ansteuern? Auf jeden Fall gibt es dort weniger Verpflichtungen. Die Arbeit für und mit Lust auf besser leben hat mich herausgefordert und zufrieden gemacht. Besonders im Zusammenhang mit dem Übergang in’s Rentnerdasein. Auf das oftmals beklagte „Loch“ nach dem Wechsel von einer durchaus anspruchsvollen Berufstätigkeit in den Ruhestand warte ich heute noch.  Der Spaß an der Tätigkeit und natürlich der Kontakt mit meinen großartigen Kolleginnen – und jetzt mit Henrik – waren und sind ein Geschenk. Und nun ist es aus mehreren Gründen an der Zeit, auf Wiedersehen zu sagen. Tatsächlich ist es so, dass Verpflichtungen mich zunehmend anstrengen. Keine Sorge, mir geht es gut. Anstrengungen aber habe ich noch nie geliebt. Abgesehen von sportlichen Herausforderungen, auch diese aber nur sehr maßvoll. Außerdem finde ich, dass beide Formate – Webguide und Newsletter – neue und jüngere Impulse verdient haben. Wer wie zum Beispiel ich über einige Jahre seine Ideen weitgehend umsetzen kann, entwickelt – nicht zwangsläufig, aber oft – einen Tunnelblick. Besonders dann, wenn das Format zumindest was die Klickzahlen angeht zu funktionieren scheint. Der kreative Kick aber, den ich durchaus ab und an verspürte, der ist tatsächlich weg. Optimal war, diese Entwicklung selber wahrzunehmen und – in diesem Fall – zusammen mit Marlene und Alex gestalten zu können.

Eine meiner Sandbänke, zu denen ich jetzt schon häufig schwimme, ist natürlich mein Enkel. Und darüber hinaus gibt es ja weitere Orte und Interessen, die ich etwas vernachlässigt habe. Museen, Kinos, ungeplante Spaziergänge einfach weil die Sonne scheint, mehr Sport treiben, Kurzurlaube in meiner innig geliebten Südpfalz, Reisen und vor Allem: mich selbst treiben lassen. In einem Fluss, dem man sich einfach überlässt. Weniger geplante Unternehmungen, mehr Spontanes und Vieles bleiben lassen. Bevor ich jetzt aber zu philosophisch abdrifte, wünsche ich euch Allen von Herzen eine gute Zeit. Bleibt wach, entspannt und respektvoll.  

Euer Jürgen

Jürgen Haas
Author: Jürgen Haas

Auf dem Weg vom Sponti - lange her - zum Graswurzelschrauber. Soll heißen, wir beschäftigen uns erst Mal mit der eigenen Alltagswirklichkeit. Bioprodukte verbrauchen, Energie sparen, Fahrrad fahren und so weiter. Unser Frankfurt weiter entwickeln. Und natürlich darüber reden und schreiben. Wenn´s im Kleinen besser wird, folgen die gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen mit etwas Geduld nach. Ist eigentlich gar nicht so verschieden vom Anfang - von der Geduld mal abgesehen.

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